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Historischer Saustall, Wald der Zukunft und Maßnahmen gegen Käferbefall Themen beim Großheubacher Waldbegang im Januar 2020

Nachricht / Pressemeldung vom: 14.02.2020

Einen Historischen Saustall als bedeutendes Kulturerbe im Großheubacher Gemeindewald als Teil des neuen Projekts „Churfranken Wald“ mehr in den Fokus rücken, auf Versuchsflächen beobachten, wie der „Wald der Zukunft“ aussehen könnte und eine Wiederaufforstung dort starten, wo Bäume wegen Käferbefall entnommen werden mussten: Das waren die Kernthemen beim Waldbegang des Großheubacher Gemeinderats am Freitag, 31. Januar 2020.

Mit dabei waren neben Bürgermeister Günther Oettinger und Gemeinderäten unter anderem noch Karlheinz Hess, Inhaber der Firma Interforst, welche die Bewirtschaftung des Großheubacher Gemeindewalds per Pachtvertrag übernimmt, Forst-Betriebsleiter Bernd Trunk, Hendrik Wörner als der für die Betriebsausführung zuständige Förster, Benedikt Speicher, seines Zeichens Abteilungsleiter „Forsten Fünf Miltenberg“ sowie auch interessierte Bürger – es handelte sich im eine öffentliche Veranstaltung, jeder war eingeladen war, teilzunehmen.

Käferbefall entgegenwirken und besonderes Projekt zur Wiederaufforstung

Erste Station war ein Waldareal im Bereich „Busigberg“. Bürgermeister Günther Oettinger begrüßte die Anwesenden und zeigte sich erfreut über den großen Zuspruch an der Veranstaltung. Am „Busigberg“ machte im vergangenen Jahr Käferbefall vor allem dem Fichtenbestand zu schaffen. Wörner informierte, dass Käfer sich bei geeigneten Temperaturen relativ rasch vermehrten, aus einem Exemplar könnten schnell 1000 werden. Auch, so erklärte der Fachmann, werde zwischen zwei Arten unterschieden: Dem „Buchdrucker“, welcher vorrangig in unteren Baumbereichen vorzufinden sei, und dem „Kupferstecher“, der die oberen Abschnitte schädige. Ab etwa 15 Grad Celsius Außentemperatur werde der Käfer aktiv. 2019 sei im Rahmen mehrerer Maßnahmen Fichtenholz im Bestand am „Busigberg“ entfernt worden. Eine gute Nachricht sei dagegen, dass die im gleichen Waldbereich stehenden Douglasien das Jahr gut überstanden hätten. Der Einschlag für 2019 habe, so informierte Wörner weiter, 2250 Festmeter betragen. Per Forsteinrichtung festgelegt seien 2200 Festmeter. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 331 Festmeter Käferholz – am „Busigberg“ und in anderen Arealen – dem Gemeindewald entnommen worden. Dies seien rund 15 Prozent des gesamten Einschlags. Damit habe eine weitere Ausbreitung der Käfer verhindert werden sollen. Es sei auch darum gegangen, eine chemische Bekämpfung der Käfer zu vermeiden. Der Großheubacher Wald sei trotz dieses Umstands bis jetzt „recht gut weggekommen“, konstatierte Wörner. Trunk bestätigte: Es gebe, gerade anderorts in der Bundesrepublik Deutschland, wesentlich schlimmere Käferbefälle. Speicher ergänzte noch, dass es gerade in Zukunft wichtig sei, Mischbestände zu etablieren. Hess gab bekannt, dass zur Wiederaufforstung des Areals am „Busigberg“, wo die meisten Fichten entnommen worden seien, ein besonderes Projekt gestartet wurde: Ein regionalen Spirituosenhersteller möchte pro verkauftem Fass seiner Erzeugnisse eine Eiche spenden. Dieses Vorhaben sei 2020 angelaufen, so Hess.

Historischer Saustall als Kulturerbe und Teil vom „Churfranken Wald“

Nächster Halt beim Waldbegang war der historische Saustall. Dieser ist Teil eines weiteren neuen Projekts namens „Churfranken Wald“ - in diesem Zusammenhang sollen in Kommunen bedeutende Stellen und Bereiche in Wäldern besonders beleuchtet und in das öffentliche Interesse gerückt werden. Der Saustall ist eine von drei Stationen auf Großheubacher Gemarkung innerhalb des Gesamtkonzepts „Churfranken Wald“ – wo die anderen beiden in diesem Zusammenhang ausgewiesenen Bereiche sind, dies solle, so Hess, noch eine Überraschung bleiben. Für Sonntag. 29. März 2020, ist die offizielle Eröffnung vorgesehen.

Der historische Saustall, dessen einst kreisförmig angelegte Einfriedung noch gut anhand der seinerzeit dafür verwendeten Sandsteine zu erkennen ist, diente, wie der Name bereits suggeriert, als Ort zum Hüten von Schweinen. Auch die Überreste eines kleinen Aufenthaltshäuschens für die Hirten sind noch erhalten. Auf einer neu aufgestellten Infotafel ist ein Zitat des Großheubacher Sauhirts Anton aus dem Jahr 1780 zu lesen: „Dieses Areal dient den Schweinen unseres Dorfes schon seit Jahrhunderten als Sommerquartier. Wir Schweinehirte, oft die Ärmsten des Dorfes, betreuen hier bis zu etwa 150 Sauen. (...)“. Gästeführerin Helga Büchler, welche ebenfalls beim Waldbegang dabei war, gab den Anwesenden einige interessante historische Hintergrundinformationen zum Saustall und schlug den Bogen zur Gegenwart – denn die einstige Haltung der Schweine in diesem Waldabschnitt vor Jahrhunderten hat bis heute Auswirkungen. „Hier stehen nicht gerade die dicksten Bäume!“, erläuterte Büchler. Die intensive Beweidung und das das Sammeln von Laub als Einstreu für das Vieh habe für Nährstoffaustrag und insgesamt schlechtere Qualität der Böden und einem geringeren Aufkommen von Jungbäumen gesorgt. Somit hat dieser Waldbereich neben seinem kulturellen Wert auch eine lehrreiche Komponente in Hinblick darauf, wie eine Nutzung besser nicht erfolgen sollte.

„Wald der Zukunft“ - Versuchsflächen für verschiedene Baumarten

In unmittelbarer Nähe des historischen Saustalls findet sich die erste von fünf Versuchsflächen, die sich dem Thema „Wald der Zukunft“ widmen. In diesen Arealen wurden Baumarten und verschiedene Kombinationen von ihnen angepflanzt, um beobachten zu können, wie sich diese entwickeln. Der Klimawandel verlangt in Zukunft nach einer geänderten Zusammensetzung des Waldes, mit Baumarten, welche den höheren Temperaturen besser standhalten. An jeder Versuchsfläche ist ebenfalls eine Infotafel zu finden, so können sich Interessenten ein Bild davon machen, was genau auf den einzelnen Flächen gepflanzt wurde. Der Abschluss des Waldbegangs erfolgte in geselliger Runde bei Speisen und Getränken in einer Hütte am Eselsweg.

 

Noch gut zu erkennen: Die Überreste des historischen Saustalls im Großheubacher Gemeindewald. Der Ort ist Teil des neuen Konzepts „Churfranken Wald“, in dessen Zusammenhang noch zwei weitere Forstbereiche der Kommune als bedeutend ausgewiesen sind.

Text & Fotos: Marco Burgemeister

Veröffentlicht am: 14.02.2020

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